Visitation

Die Visitation schöpft aus dem Reichtum der Möglichkeiten, die Gott der Gemeinde und der Kirche geschenkt hat. Sie begleitet Menschen, die im Geiste Jesu ihren Glauben leben und freut sich über die Entdeckungen, wie vielfältig der Geist Gottes wirkt. In diesem Sinne ist Visitation immer zuerst Begegnung, gekleidet in die Form eines Besuches. 

Dieser Besuch hat im Laufe der Geschichte der Kirche verschiedene Gestalt angenommen und dabei verschiedene Gewichtungen und Akzentuierungen erfahren:

So war es beim Apostel Paulus, dem ersten großen Visitator, der Besuch der neugegründeten Gemeinden, um ihnen mit Rat, Mahnung und Kritik aus dem Glauben an den auferstandenen Christus beizustehen,
so war es in Zeiten des Umbruchs wie in der Reformationszeit der prüfende Blick, ob und wie das Wort Gottes verkündet und gelehrt wird,
und so ist es heute der geschwisterliche Besuchsdienst von verschiedenen Ebenen und Bereichen der Landeskirche, der im Geiste der von Gott geschenkten Liebe und in der Verbundenheit des Leibes Christi geschieht.

So überwog in der Historie einmal die Kontrolle, mal das seelsorgerliche Anliegen, mal der geschwisterliche Rat und Trost, mal der Blick auf den weiteren Weg von Gemeinde und Kirche Jesu Christi mit seinen gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen von Besuchenden und Besuchten. 

Nach dem Grundverständnis der evangelischen Landeskirche in Baden ist das Rechtliche nicht vom Geistlichen nicht zu trennen, weil das Geistliche immer auch in der Kirche in einer bestimmten und nicht in einer beliebigen Weise Gestalt gewinnt; Leitung geschieht auf allen Ebenen in einer geistlich und rechtlich unaufgebbaren Einheit. (vgl. GO Art. 7) 

Visitation ist auch immer Leitungshandeln, bei dem verantwortlich darauf geschaut wird, wie das Evangelium praktisch und lebendig gestaltet wird: mit dem Blick der Gemeinde auf sich selbst und mit dem Blick des Bezirks auf die Gemeinde, mit dem Blick des Kirchenbezirks auf sich selbst und mit dem Blick der Landeskirche auf den Kirchenbezirk und zugleich umgekehrt. Damit ist die Visitation ein auf Gegenseitigkeit angelegtes lernendes und leitendes Dienen, somit werden Besuchte und Besuchende im Sinne des Paulus nach 2. Kor 1,24 Gehilfen der Freude auch dann, wenn neben Wertschätzendes und Ermutigendes offene mahnende und kritische Worte treten oder treten müssen. 

In dieser Visitationsordnung kommt das Kontrollierende für die Gemeinde in verschiedener Weise vor: Die Visitationskommission schaut auf die finanzielle Situation der Gemeinde und auf den Zustand der Gebäude. Sie prüft, ob die Verwaltung im Pfarramt ordnungsgemäß läuft. Sie schaut schließlich auf die inhaltliche Arbeit der beruflich tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Pfarrer/in, Gemeindediakon/in, Kirchenmusiker/in) an Hand der eingereichten Arbeiten und Berichte.
 
 
Ansprechpartner Gemeindevisitation

Alexander Herzfeld
Evang. Oberkirchenrat
Blumenstr. 1-7,
76133 Karlsruhe,
Zimmer A 1.16
Telefon: (0721) 9175 116;
Fax: (0721) 9175 25 116
E-mail:
alexander[dot]herzfeld[at]ekiba[dot]de

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