Themen und Herausforderungen

Experte: Artenvielfalt in Baden ist noch relativ gut

epd-Gespräch: Leonie Mielke mit Pfarrer Hermann Witter

Quelle: pixabay.com /gemeinfrei

Die Artenvielfalt in Baden ist nach Ansicht von Hermann Witter, Akademiestudienleiter für Landwirtschaft und ländlichen Raum bei der Evangelischen Akademie Baden, noch relativ gut. "Historisch bedingt haben wir eine verhältnismäßig kleinräumige Agrarstruktur", sagte Witter am Montag im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). Das bedeute, dass es überwiegend kleine Felder gebe, die durch Bäume, Sträucher und Hecken voneinander getrennt seien. Solche Streifen böten zahlreichen Tier- und Pflanzenarten Lebensräume. Deutschlandweit sind in den vergangenen Jahren rund drei Viertel der Insektenarten stark zurückgegangen oder verschwunden.

Trotzdem sei auch in Baden die Artenvielfalt bedroht. Dafür gibt es laut Witter mehrere Gründe. Täglich würden im Land rund fünf Hektar Fläche durch Versiegelung für Wohnungsbau, Straßen und Industriegebiete für die Tier- und Pflanzenwelt verloren gehen. Zudem würde auf vielen Feldern nur noch eine Pflanzenart, meist Mais, angebaut. "Von dieser Pflanze ernähren sich aber im Zweifelsfall nur eine Handvoll Tierarten und alle anderen gehen leer aus", sagte Witter. Früher, als es noch mehr bunte Wiesen gegeben habe und Heu gemacht wurde statt Silage, sei die Futtersituation für zahlreiche Tierarten besser gewesen.

Der Klimawandel sei in seinen Auswirkungen auf das Artensterben noch nicht hinreichend erfasst. Aber eine Studie des WWF weise darauf hin, dass bei einer Erwärmung der Erde um 4,5 Grad in 60 Jahren in besonders artenreichen Gebieten knapp die Hälfte aller Arten ausgestorben sein wird. Dies beträfe zum Beispiel die Region um den Amazonas oder Madagaskar. Letztlich werde ein unsachgemäßer Umgang mit der Natur auf den Menschen zurückfallen.

Der Akademiestudienleiter der Evangelischen Akademie Baden, die zur Evangelischen Landeskirche in Baden gehört, verwies darauf, dass die Landeskirche die Bewahrung der Schöpfung als eine überlebenswichtige Aufgabe betrachte. Daher habe die Landeskirche verschiedene Maßnahmen ergriffen, zu denen das "Büro für Umwelt und Energie" gehört. Es berate Kirchen- und Pfarrgemeinden bei den Themen Klimaschutz und Einkauf von nachhaltigen Produkten. Daneben seien für die rund 7.000 Hektar Wald und 5.600 Hektar Ackerfläche der Landeskirche Regeln zum Schutz der Artenvielfalt festgelegt worden.

Karlsruhe (epd).

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