Qualifizierung von Ehrenamtlichen

Quelle: Jürgen Fobel

Seelsorge als Amt - beruflich und ehrenamtlich Seelsorge ist allen Christenmenschen aufgetragen. Alle Christinnen und Christen sind durch die Taufe beauftragt, ihren Mitmenschen Seelsorger und Seelsorgerin zu sein. In der Seelsorge wird das Priestertum aller Getauften (1. Petr 2,5-9) in der Zuwendung zum Nächsten „um seiner selbst Willen“ erfahrbar. Darüber hinaus beauftragt die Kirche einzelne Christinnen und Christen Seelsorge auszuüben. Solche Seelsorge geschieht beruflich und auch im Ehrenamt. Ehrenamtliche müssen keine Profis werden, aber ehrenamtlich ausgeübte Seelsorge als Aufgabe der Kirche bedarf einiger professioneller Grundkenntnisse und -fähigkeiten. Dazu gehört theologisches Wissen, der Bezug zu humanwissenschaftlichen Erkenntnissen sowie die Fähigkeit zur Selbstreflexion.

Ehrenamtlicher Seelsorgedienst als Auftrag der Landeskirche Seit 1997 werden als wichtige Konsequenz der „Seelsorgesynode“ von 1993 mit Unterstützung der Landeskirche die Kurse „Seelsorge als Begleitung“ zur Qualifizierung von Ehrenamtlichen angeboten. In dieser Zeit ist der Wunsch nach ehrenamtlicher Mitarbeit auch in der Seelsorge gewachsen. Der setzt jedoch eine besondere Qualifikation der Seelsorgenden voraus. Die mit dem Seelsorgedienst beauftragten Personen müssen ihre eigenen Hintergründe und Erfahrungen reflektieren können. Insbesondere müssen sich die Teilnehmenden mit religiösen Fragen und ihren eigenen Glaubens- und Seelsorgeerfahrungen auseinandergesetzt haben.

Erwerb von Kompetenzen und Einsatzerfahrung Die Kurse Seelsorge als Begleitung umfassen mindestens 90 Unterrichtseinheiten mit ausgewogenen Theorie- und Praxisanteilen. Wesentliche Bestandteile dieser Kurse sind die Vermittlung von Kompetenzen hinsichtlich der Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie der Gesprächsführung und die Gewinnung eines verantworteten Verständnisses des kirchlichen Seelsorgeauftrags.

Und am Ende steht die gottesdienstliche Beauftragung Die Qualifikation zum ehrenamtlichen Seelsorgedienst wird in der Landeskirche in zertifizierten Kursen erworben. Danach brauchen die Mitarbeitenden im laufenden Einsatz weiter kontinuierliche Begleitung, Qualifikation und Wertschätzung. Gemeindeglieder, die sich als ehrenamtlich Mitarbeitende im Seelsorgedienst ausbilden lassen, tun dies im Auftrag ihrer Kirche. Sie bekommen ein kirchliches Amt mit einer förmlichen Beauftragung durch ein kirchliches Leitungsorgan und die Einführung in einem Gottesdienst.

 
Näher Informationen und Termine der Kurse finden Sie unter:
Arbeitshilfe für Seelsorgende

 Zum Miteinander in Haupt- und Ehrenamt

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ZfS-Programm 2019

Kurse und Seminare für haupt- und ehrenamtlich in der Seelsorge Tätige.