Interkulturell


Interkultur entsteht, wenn Menschen aus unterschiedlichen Lebenswelten in dem Bewusstsein ihrer Verschiedenheit und Gemeinsamkeiten miteinander agieren und kommunizieren. Interkultur wird im Sinne eines „Dritten Raumes“ neu erzeugt, die den früheren, jeweiligen Lebenswelten nicht vollkommen entspricht. Es kann eine neue Qualität entstehen, die die Beteiligten für sich allein nicht erzielt hätten.

Allgemeines zur Interkulturellen Kompetenz und zur Interkulturellen Öffnung

„Die Kirchen und ihre Gemeinden können entscheidend dazu beitragen, ein Klima der Akzeptanz und Toleranz zu schaffen, zu erhalten und Vorurteile abzubauen. Die Kirchen mit ihren Kirchengemeinden und ihrer Diakonie stehen vor der Aufgabe, sich stärker als bisher interkulturell zu öffnen und dabei kulturelle Festschreibungen zu überwinden. Aus-, Fort- und Weiterbildung erhöhen die interkulturelle Kompetenz von Mitarbeitenden. In den Einrichtungen können interkulturelle Teams zu qualifizierten Lernprozessen beitragen, Konfliktpotentiale entschärfen, zur Mediation und zum interreligiösen Dialog befähigen und gemeinsam Neues entwickeln“ (Liebfrauenberg-Erklärung der Gemeinschaft europäischer Kirchen in Europa zu den Herausforderungen von Migration von Flucht, 2004/2016).

In einer vielfältiger werdenden Gesellschaft stehen Kirche und Diakonie vor der Herausforderung sich stärker interkulturell zu öffnen. Interkulturelle Öffnung verstehen wir als einen Prozess der Organisations- und Personalentwicklung, der Organisationen oder Betrieben dazu verhilft, eine anerkennende Haltung gegenüber kultureller Vielfalt einzunehmen. Mit den entsprechenden Kompetenzen und Strukturen kann der Umgang mit „Vielfalt als Normalfall“ als Querschnittsaufgabe begriffen und in alltägliche Arbeitszusammenhänge einbezogen werden. Dabei geht es auch um Erkennen und Abbau von Barrieren und Diskriminierung, um auch Menschen mit Migrationshintergrund einen gleichberechtigten Zugang zu Angeboten und Dienstleistungen zu ermöglichen.

Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, sein eigenes Leben, und daher auch – in größerem oder kleinerem Maße – kulturelle Prägungen erfahren. Dies hat Auswirkungen auf den zwischenmenschlichen Umgang, auf das Zusammenleben von Menschen, die unterschiedlichen kulturellen Einflüssen ausgesetzt waren. In unterschiedlichen Regionen, in unterschiedlichen Netzwerken, in Minderheitsgruppen (u. a. auch Subkulturen); sogar innerhalb der gleichen Familie können verschiedene kulturelle Werte gelten.

Nachfolgend finden Sie Informationen zu den Themen "Interkulturelle Kompetenz" und "Interkulturelle Öffnung" sowie zu unseren aktuellen Projekten in diesem Bereich und zur Interkulturellen Woche.
 
Grundsatzposition
 

Gedruckte Exemplare im Onlineshop erhältlich

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https://shop.ekiba.de/interkulturelle-orientierung-und-oeffnung-der-diakonie.html

Was ist Interkulturelle Kompetenz?

Interkulturelle Kompetenz ist die Fähigkeit, mit Menschen anderer Kulturkreise zu kommunizieren, im engeren Sinne die Fähigkeit zum beidseitig zufrieden stellenden Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen. Diese Fähigkeit kann schon in jungen Jahren vorhanden sein oder auch entwickelt und gefördert werden. Das wird als interkulturelles Lernen bezeichnet. Die Basis für erfolgreiche interkulturelle Kommunikation ist emotionale Kompetenz und interkulturelle Sensibilität. Interkulturell kompetent ist eine Person, die bei der Zusammenarbeit mit Menschen aus ihr fremden Kulturen deren spezifische Konzepte der Wahrnehmung, des Denkens, Fühlens und Handelns erfasst und begreift. Frühere Erfahrungen werden frei von Vorurteilen miteinbezogen und erweitert, die Bereitschaft zum Dazulernen ist ausgeprägt.
 

Was ist interkulturelle Öffnung?

Interkulturelle Öffnung nennt man die konzeptionelle Berücksichtigung der kulturellen Vielfalt und Verschiedenheit der MitarbeiterInnen und KlientInnengruppen, sowohl ethnisch-kulturell wie auch zwischen Männern und Frauen, Behinderten und Nichtbehinderten, Älteren und Jüngeren, etc. und die Beseitigung von Zugangshindernissen, die auf solchen Unterschieden beruhen - ganz im Sinne einer konsenquenten Kundenorientierung. Interkulturelle Öffnung dient der Beseitigung und Verhinderung von Versorgungslücken. Für MigrantInnen bedeutet das: Zugangsbarrieren abbauen, die auf ethnisch-kulturellen Unterschieden beruhen. Interkulturelle Öffnung ist ein Teil der Organisations- und Qualitätsentwicklung.

Interkulturelle Öffnung - Was ist das? Wem bring das was? Wie geht das? - Broschüre des DWHH und des DWBO

Woher komme ich - Reflexive und methodische Anregungen für eine rassismuskritische Bildungsarbeit für im Bereich Migrationsgesellschaft/Rassismus/Interkulturelle Öffnung Tätige

Die Charta der Vielfalt und ihre Umsetzung in der Landesverwaltung Baden-Württemberg

Land der Vielfalt - Land der Chancen - Broschüre über die Interkulturelle Öffnung der Landesverwaltung Baden-Württemberg

 

Interkulturelle Woche - Tag des Flüchtlings

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Interkulturellen Woche.