Gebete von Eltern

Heiliger Gott,
wir halten unser Kind in unseren Händen - und können noch gar nicht fassen, dass das lange Warten nun ein Ende hat.

Wir bringen Dir unser Glück und unser Staunen:
über dieses kleine Wesen, das schon so voller Persönlichkeit steckt, über das Wunder des Lebens, das in diesem Kind sichtbar wird, über die wunderschönen Hände, Füßchen, Augen, Ohren, Grübchen..., über die vielen Möglichkeiten, die diesem Kind offen stehen, über die Einzigartigkeit und die Würde dieses Menschen, über Dein Vertrauen zu uns.

Wir bringen Dir unser Lob und unseren Dank:
für das Geschenk der Schwangerschaft, für alle Bewahrung - auch und gerade in schwierigen Zeiten, für die geglückte Geburt, für unser Kind, das vermutlich das schönste Kind der Welt ist, für die Zukunft, die Du mit diesem neuen Leben verheißt, für die Freude, die unsere Tochter/unser Sohn in unser Leben bringt,
und für Dein Vertrauen zu uns.

Wir bringen Dir unsere Zweifel und unsere Ängste:
vor der Zukunft unseres Kindes, vor den Niederlagen, die unser Kind erleiden wird, vor allen Enttäuschungen und allen Tränen, die unser Kind weinen muss,
vor falschen Freunden und falschen Wegen, vor Krankheit und vor Abschiednehmen, vor unseren Fähigkeiten und Fehlern als Mutter und als Vater,
vor unseren eigenen Erwartungen, unserer Ungeduld, unserem Unverständnis, unserem Versagen.

Wir bringen Dir unsere Wünsche und Hoffnungen:
auf ein glückliches und gesundes Leben, auf liebevolle Menschen, die unser Kind begleiten werden, auf elterliche Geduld, Verständnis und Offenheit für die Entscheidungen und Wege, die unser Kind gehen wird, auf ein liebevolles Miteinander in unserer Familie, auf Deine Liebe, Deine Begleitung und Deinen Segen für uns alle.

Amen

Lieber Gott,
wir danken Dir, dass Du uns unser Kind anvertraut hast. Es ist wunderbar zu sehen, wie … wächst, viele neue Dinge entdeckt, neue Fähigkeiten erwirbt und immer selbständiger wird.

Er/sie geht jeden Tag in den Kindergarten/in die Schule und trifft sich mit Freunden. Wir bitten Dich, bewahre ihn/sie auf seinem/ihrem Weg und bei allen Unternehmungen.

Schenke ihm/ihr Menschen, die ihn/sie verstehen und weiterbringen auf seinem/ihrem Lebensweg. Schütze ihn/sie vor negativen Einflüssen, die ihm/ihr und seiner/ihrer Seele Schaden zufügen. Und lass das Samenkorn des Glaubens, das in ihm/ihr gelegt ist, langsam wachsen und aufgehen, damit er/sie Dich als unseren Vater im Himmel erkennen kann.
Amen

(A. Reich)

Guter Gott,
… geht heute zum ersten Mal in den Kindergarten.
Wir freuen uns, dass wir diesen Tag miterleben können. Danke für alle Bewahrung bis heute.

Es ist schön, dass er/sie mit vielen anderen Kindern spielen und lernen kann und dass sich dadurch ganz neue Welten für ihn/sie eröffnen. Du weißt aber auch, wie schwierig es für uns ist, … loszulassen.

Er/sie wird viel ohne uns erleben, Schönes und nicht so Schönes. Wir wissen, dass wir ihn/sie nicht vor allem bewahren können. Deshalb bitten wir dich: halte Deine schützenden und segnenden Hände über … .

Lass ihn/sie Freunde finden und schenke ihm/ihr verständnisvolle Erzieherinnen.
Danke, dass Du uns zugesagt hast, immer bei uns zu sein.
Amen

(A. Reich)
Lieber Gott,
wir danken Dir für unsere Tochter/unseren Sohn.
Du hast … bis heute gnädig bewahrt vor schlimmem Schaden. Das ist nicht selbstverständlich – und wir danken Dir und loben Dich. Der heutige Tag wird eine große Veränderung in unser Leben bringen, denn … kommt zur Schule.
 
Man sagt: „Nun beginnt der Ernst  des Lebens!“
Wir bitten Dich, dass dieser „Ernst“ nicht die Freude am Leben und den Spaß am Lernen vertreibt, sondern dass unser Kind gerne zur Schule geht, dort gute und liebevolle Lehrerinnen und Lehrer hat, dass es wahre Freunde findet, dass es lernt, mit Erfolgen und Niederlagen umzugehen, dass es die Aufgaben bewältigen kann, die der Alltag stellt.
 
Unser Kind wird nun viele Wege gehen, auf denen wir nicht mehr mitgehen können oder dürfen. Es fällt uns sehr schwer, unser Kind loszulassen – und wissen gleichzeitig doch, dass genau das wichtig und richtig ist.
Hilf uns dabei, unser Kind in die Welt zu schicken – und doch immer sein zuhause zu bleiben; es zu ermutigen, die Welt zu entdecken – und dennoch die Konstante in seinem Leben zu bleiben.
 
Bewahre unser Kind bei allem, was es tut und lernt.
Wir danken Dir, dass Du bei ... bist, egal wo sie/er ist und was sie/er tut.
Amen
Gütiger Gott,
mein Kind gerät auf die schiefe Bahn. Es hat die falschen Freunde und  die falschen Hobbies. Es kommt nachts kaum noch nach Hause, es geht Gesprächen aus dem Weg, es beschimpft mich und verbannt mich aus seinem Leben.Es trinkt Schnaps und Bier und ich ahne, dass auch noch andere Drogen im Spiel sind.
 
Ich habe Angst, dass es den Weg zurück nicht mehr findet. Ich bitte Dich, pass Du auf mein Kind auf, dass seine Seele und sein Körper keinen Schaden nehmen,
dass es sich öffnet für bessere Wege und Menschen, die ihm wirklich gut tun.
 
Hilf mir, für mein Kind da zu sein, ohne ihm Vorwürfe zu machen, zeig mir, wie ich mich hilfreich verhalte und bewahre mich davor, das Falsche zu sagen und zu tun.
Gib mir Liebe und Verständnis und halte Deine Hände schützend um mein Kind.
Amen
 
Es ist geboren!
Es schreit!
Es lebt!
Herr, Gott – unser Kind lebt!
Wir danken dir! Für dieses Geschenk! Für dieses Wunder!
Wie haben wir darauf gewartet, uns gefreut! Uns vorgestellt, wie es sein wird, ein Kind zu haben. Und nun: Da ist unser Kind! Wir können es sehen! Fühlen! Anfassen! Es in unseren Armen halten! Es streckt sich – strampelt! Es schreit, verzieht das Gesichtchen – muss sich an das Leben in Freiheit gewöhnen.

Wir betrachten es, staunend, überwältigt – von der Vollkommenheit und Zartheit: Wie winzig die Fingerchen allein! Und doch steckt in dem ganzen kleinen Körper so viel  Energie und Lebenswille.

Wir flüstern ihm seinen Namen in das kleine Ohr, den Namen, nach dem wir Monate lang suchten. Den es ja sein ganzes Leben lang tragen wird, mit dem es gerufen wird. Ob es seinen Namen gern tragen mag?

Wir können es „anfassen“ – unser Kind; aber „fassen“ können wir dieses Wunder nicht.

Wir beginnen zu ahnen: Es ist Dein Geschenk an uns, Herr, unser Gott!
Wir danken Dir und wir bitten Dich: Hilf uns, dass wir Dein Geschenk recht behüten. Dass wir es mit nicht endender Liebe umgeben.

Gib uns Verständnis, Geduld und Weisheit, dass wir es aufziehen und ihm - so weit es in unseren Kräften steht -, eine glückliche, fröhliche, unbeschwerte Kindheit schenken können, die ihm Kraft gibt und Vertrauen für den Weg, der vor ihm liegt, den Du es führen willst.

Herrgott, wir vertrauen Dir unser Kind an. Behüte und leite es – da, wo wir nicht sein können und unsere Kräfte nicht reichen.
Und stärke uns Eltern für unsere Aufgaben und Verantwortung!
Wir danken Dir!
Amen

(E.K.)

Lieber Vater,
heute dürfen wir den 1. Geburtstag unserer Tochter feiern. Ein ganzes Jahr hast Du uns nun begleitet durch alle Höhen und Tiefen, mit unserem neuen Familienmitglied, das du uns anvertraut hast.

Durch viele Momente in denen wir unser Glück kaum fassen konnten, aber auch durch viele Stunden in denen wir uns oft hilflos vorkamen, weil unser kleiner Erdenbürger schreiend in unseren Händen lag.

Mit dem Wunder der Geburt fing alles an. Schon dabei durften wir Deine Liebe und Kraft spüren. Trotz aller Sorgen und Schmerzen, die dieses Ereignis mit sich brachten. Dann die große Freude, als wir unsere gesunde Tochter das erste Mal in den Arm nehmen konnten.

Was für ein wunderbares Geschenk Du uns doch anvertraut hast. Danke dafür, dass Du uns immer wieder neu die Kraft und Geduld geschenkt hast, nachts aufzustehen, um unser hungriges und schreiendes Kind zu trösten und zu versorgen.Es ist wirklich jeden Tag neu ein Fingerzeig von dir, unsere Tochter wachsen zu sehen und ihre Entwicklung zu begleiten.

Danke, dass wir durch sie gelernt haben und immer wieder neu lernen, unsere Welt mit neuen Augen zu sehen. Und die Freude an den kleinen alltäglichen Dingen mit Kinderaugen wieder zu entdecken. In jedem Lächeln und in jeder Umarmung dürfen wir neu Deine Liebe zu uns entdecken.

Wir danken Dir, dass Dein Segen uns immer begleitet hat und bitten dich, dass Du auch in dem neuen Lebensjahr unsere Tochter jeden Tag mit deinem Segen umgibst, und dass wir Deine Liebe immer wieder neu an unsere Tochter weitergeben dürfen.
Amen.

(Die Eltern D.F. und K.F.)

Herr, unser Gott –
Unser Kind ist abgefahren! Man nennt das „abnabeln“.
Wortlos gehen wir Eltern – Hand in Hand – die Stufen vom Bahnsteig hinunter, nach Hause.

Das „Kinderzimmer“ ist leer – ohne unser Kind. Es fährt jetzt in einen neuen Lebensabschnitt – voller Hoffnungen und Erwartungen, Vorstellungen, Spannung – und auch etwas Angst.

Die ersten Worte, die ersten Schritte, Kindergarten, Einschulung, viele Schuljahre, Abitur – liegen hinter ihm – hinter uns.

Fragen: Was willst du werden – was will ICH werden?  Welche Interessen, Begabungen, Ausbildungsmöglichkeiten, Berufsaussichten – Fragen, die unser Kind insgeheim beschäftigt, bedrückt haben – liegen hinter ihm, hinter uns. Das Schulziel haben wir Eltern vorgegeben. Die Berufsrichtung sollte das Kind frei wählen. Die Entscheidung überraschte uns zwar; - aber wir finden sie gut und wollen sie gern unterstützen.

Bisher hatte unser Kind in der Familie seinen Platz, seinen Halt, seinen Rhythmus, ein festes Gefüge, gegen das es sich auch auflehnen konnte – und doch Teil des Ganzen blieb. Viele „Freunde“ kamen ins Haus, und unser Kind spürte, ob wir Eltern die Freundschaft unterstützten oder nicht so begeistert waren. Nun will und muss es selbst entscheiden über neue Beziehungen – in der Ausbildung und Freizeit.

Eigentlich sind wir ruhig. Wir haben versucht, dem Kind unsere Werte zu vermitteln, die wir als tragfähig erfahren hatten. Es hat einen eigenen festen Standpunkt – und ein Lebensziel. Das tröstet uns. Und doch wissen wir, dass wir IMMER gefährdet sind, und nicht ahnen, wo welche Gefahren lauern.

Herr Gott – gehe mit unserem Kind!
Bewahre es vor vielem Bösen und hilf ihm durch Anfechtungen hindurch! Gib ihm treue, ehrliche Weggefährten als Lehrer und Freunde an die Seite. Gib ihm Freude beim Studium – und schenke dem Bemühen Erfolg, und lass es nicht vergessen, dass wir es lieben.
Amen.

(E. K.)

 
Mit Kindern beten lernen..

... so ist ein Artikel auf der Internetseite von protestantismus.suite101.de überschrieben. Hier finden Eltern Tipps, wie sie mit ihren Kindern beten können und diese zum eigenen Gebet anleiten können.

Gottes Segen sei mit dir

Quelle: Erzdiözese Freiburg - Buchtitel
Mütter und Väter begleiten ihre Kinder im Gebet

In den einzelnen Bausteinen werden die Beziehungen zwischen den Generationen (Großeltern – Eltern – Kinder) mit ihren Schwierigkeiten und Freuden beleuchtet und ins Gebet gebracht.
Die Bausteine enthalten eine kurze Beschreibung der jeweiligen Situation, passende Bibelstellen, erschließende Symbole mit Erläuterung, Fürbitten, Gebete, Segensgebet, Lieder und Texte.
Hrsg.: Abteilung Erwachsenenpastoral im Erzb. Seelsorgeamt, Freiburg / Familienreferat

Gott segne dich

Quelle: Erzdiözese Freiburg - Buchtitel
(Groß)Eltern beten für sich und ihre (Enkel)Kinder

Im Gebet können Eltern und Großeltern ihre Sorgen und Freuden ausdrücken und vor Gott bringen. Das Buch macht Mut, das Gespräch mit Gott zu suchen und gibt Hilfestellungen, wie das gelingen kann. Gebete, Bibeltexte und Anregungen helfen, Erfahrungen mit Kindern (Enkeln) zu thematisieren und so die Kraft und Nähe Gottes zu spüren und zu entdecken.
Hrsg.: Abteilung Erwachsenenpastoral im Erzb. Seelsorgeamt, Freiburg / Familienreferat