Einschulung

Quelle: Jutta Bauer
Der erste Schultag ist etwas sehr Besonderes. Viele Kinder fiebern diesem Tag entgegen und können in den Nächten vorher nicht mehr richtig schlafen - so groß ist die Aufregung. Die Vorfreude auf die Hausaufgaben ist immens, die Vorstellung, schon sehr bald alle Bücher selber lesen zu können, ist unumstößlich...

Eltern und Großeltern sehen die Einschulung vielleicht etwas weniger romantisch. Sie wissen, dass auf ihr Kind nicht nur Erfolge zukommen, sondern auch Enttäuschungen. Sie wissen, dass Lesen lernen nicht innerhalb von einer Woche geht, dass Hausaufgaben machen schon schnell zu einer leidigen Angelegenheit werden kann - und dass die Zeugnisse nicht nur gute Noten enthalten.

Manche Mutter und mancher Vater machen sich Sorgen über die Freunde der Kinder. Werden sie ihnen gut tun - oder werden es die falschen Freunde sein? Kommt ihr Kind mit den Lehrerinnen und Lehrern aus? Wird ihm auf dem Schulweg nichts passieren? Wird es einen guten Stand in der Klasse haben - oder wird es untergehen? Kommt es mit dem Stoff mit - oder wird es sitzenbleiben? Wird die Schule Spaß machen - oder schon bald zur täglichen Qual? Wird der Sohn oder die Tochter so gefördert, dass ein guter Grundstein für die berufliche Zukunft gelegt wird?

Mit der Einschulung erweitert sich der Horizont und der Lebensradius des Kindes. Zum Kindergarten ist das Kind noch an der Hand der Eltern gelaufen. Zur Schule geht es in Zukunft allein oder mit Freunden.

Die Meinung anderer wird zunehmend wichtiger - und die Kinder erkennen, dass die Eltern nicht alles wissen und es Fragen gibt, die unbeantwortet bleiben, oder die andere ihnen besser beantworten können. Das heimelige Nest des Elternhauses ist nicht mehr ganz so wichtig.

Diesen Schritt der Einschulung, der für Kinder und Eltern gleichermaßen bedeutsam ist, möchte die Kirche mit einem Gottesdienst feiern. Alle Hoffnungen, alle Freude, alle Zweifel und Ängste können die Familien in diesem Gottesdienst vor Gott bringen. Die Einschulung wird besonders in den Blick genommen und auch in den Gebeten aufgegriffen. Der Segen in diesem Gottesdienst soll Ermutigung und Erinnerung daran sein, dass Gott die Wege der Kinder und Familien mitgeht - auch in diesem neuen Lebensabschnitt.