Bekenntnisschriften

Bekenntnisschriften sind Aussagen der Kirche in der Vergangenheit.

Dies bemerkt man am deutlichsten an der sprachlichen Ausdrucksweise, aber auch daran, dass die darin enthaltenen Aussagen besondere Anliegen und Auseinandersetzungen der Vergangenheit widerspiegeln.
Die in der Kirche geltenden Bekenntnisse entstammen ihrer Geschichte. Sie sind also alt. Darum gibt es immer wieder Versuche, neue Bekenntnisse für die Kirche zu formulieren. Solche Bekenntnisse dienen dazu, die alten Bekenntnisse zu aktualisieren. Bei der Formulierung neuer Bekenntnisse hat die Kirche immer wieder die alten Bekenntnisse in Anspruch genommen.

  • Die reformatorischen Bekenntnisschriften
    • Die Confessio Augustana (Augsburger Bekenntnis 1530) verweist in ihrem einleitenden Artikel 1 auf die Bekenntnisse der alten Kirche und bekennt sich bejahend zu diesen.
    • Anlass zur Abfassung des Kleinen Katechismus waren die Erfahrungen, die Luther als Visitator der Gemeinden 1528 gemacht hatte, wie er selbst in der Vorrede berichtet. Mit seinem Katechismus wollte Luther die Gemeindepfarrer befähigen, die Grundelemente des christlichen Glaubens einzubringen und zu erklären.
    • Der 1563 erschienene, erst später nach dem Entstehungsort genannte Heidelberger Katechismus ist die bedeutendste und am weitesten verbreitete Lehrschrift der reformierten Kirche. Er ist das Werk einer Gruppe von Heidelberger Theologen. In den Lehraussagen des Katechismus sind Einflüsse der Theologie Melanchthons, Bullingers (Zürich) und Calvins erkennbar.
    • In der Nacharbeit vieler im Herbst / Winter 1528 und Frühjahr 1529 gehaltener Predigten veröffentlicht Martin Luther den Großen Katechismus. Ein erster Druck in Buchform erfolgt durch Georg Rhaw in Wittenberg ab April 1528 unter dem Titel "Deutscher Katechismus". Vom zweiten Druck an umfasst der Große Katechismus die „Vermahnung zur Beichte“. Diese Ausgabe war geschmückt mit reichen Illustrationen, z. T. von Lucas Cranach dem Älteren. Dieser Große Katechismus Luthers gehört allerdings nicht zu den offiziellen Bekenntnisschriften der Evangelischen Landeskirche in Baden.
  • Die neuen Bekenntnisse
    • Die Theologische Erklärung von Barmen (1934) Barmer Theologische Erklärung gehört ebenfalls zu den für die Landeskirche maßgeblichen Grundlagen für Lehre und Leben der Christen. Sie wird daher im Vorspruch der Grundordnung „bejaht als schriftgemäße Bezeugung des Evangeliums gegenüber Irrlehren und Eingriffen totalitärer Gewalt“. Sie ist ein richtungsweisendes Beispiel aktuellen Bekennens.
    • Die Leuenberger Konkordie (1973) beendete die Kirchenspaltung zwischen den reformierten und den lutherischen Kirchen. In der Leuenberger Konkordie fanden die beteiligten lutherischen, reformierten und methodistischen Kirchen zu einer grundsätzlich gemeinsamen Auffassung von Taufe, Abendmahl und Evangelium, erkennen diese gegenseitig an und gaben die gegenseitigen Verwerfungen der Reformation auf. Zwar hat die Landeskirche die Leuenberger Konkordie anerkannt, sie zählt aber nicht als Bekenntnisschrift im eigentlichen Sinn.