Agenden & Arbeitshilfen

Evangelische Gottesdienste werden in der Regel nicht als einmalige Events gestaltet, sondern folgen einer Ordnung. Solche Ordnungen gibt es für die regelmäßigen sonntäglichen Gottesdienste sowie für die Gottesdienste aus biografischen Anlässen (Taufe, Konfirmation, Trauung, Beerdigung), den sogenannten Kasualien. Die gottesdienstlichen Ordnungen bestehen aus feststehenden (Ordinarium), im Verlauf des Kirchenjahres wechselnden (Proprium) und aktuellen Texten (Predigt, Fürbitten).

Die Bücher, in denen solche gottesdienstlichen Ordnungen sowie Gebete und andere gottesdienstliche Texte abgedruckt sind, nennt man Agenden. Zusammen mit Gesangbüchern und Perikopenbüchern (Ordnungen der Lesungen und Predigttexte) gehören die Agenden zu den gottesdienstlichen Büchern einer Kirche. Das Wort „Agende“ kommt vom lateinischen „agere“ (tun, handeln) und heißt übersetzt „das, was zu tun ist“. Mit ähnlicher Bedeutung wird es auch für die „Tagesordnung“ benutzt („Agenda“). Eine Agende beschreibt also, was im Gottesdienst von den Mitwirkenden und Teilnehmenden (Pfarrer/in, Kirchenmusik/er, Lektor/in, Gemeinde…) wann zu tun ist (stehen, sitzen, beten, singen etc.). Die einzelnen Elemente des Gottesdienstes werden durch die Agende in eine von allen mitvollziehbare Reihenfolge gebracht.

In den evangelischen Kirchen liegt die Verantwortung für den Gottesdienst nicht alleine bei Pfarrerinnen und Pfarrern, sondern bei allen Christinnen und Christen. 

Seit dem 19.Jahrhundert sind die badischen Agenden von liturgisch gesamtkirchlichem und dem Unionsdenken verpflichtetem Geist geprägt. Dieser Geist führte inzwischen viele Gliedkirchen der UEK und VELKD zu immer intensiverer Zusammenarbeit bei der Erarbeitung der Agenden. Sie fand ihren deutlichsten Ausdruck in dem 1999 von UEK und VELKD gemeinsam erarbeiteten Evangelischen Gottesdienstbuch und gipfelte jüngst in der gemeinsam erarbeiteten Agende „Berufung. Einführung. Verabschiedung von 2012. Wenn die Evangelische Landeskirche in Baden auch das Evangelische Gottesdienstbuch, das in vielen deutschen Landeskirchen in Gebrauch ist, nicht übernommen hat, so floss durch die enge Zusammenarbeit mit den liturgischen Gremien der UEK und VELKD in der Erarbeitungsphase doch viel „ökumenisches“ Gedankengut und Material in die danach entstandenen badischen Gottesdienstbücher (Agende I: Ordnung der Gottesdienste und Agende IV: Bestattung) ein. Die gemeinsame Agende von UEK und VELKD "Berufung. Einführung. Verabschiedung" wurde 2012 in Baden ebenso übernommen wie die gemeinsame Konfirmationsagende (2003) und die Trauagende der EKU (2006). Darüber, wie in Zukunft die Arbeit an den gottesdienstlichen Büchern geleistet werden soll, findet derzeit in der Evangelischen Landeskriche in Baden ein Prozess der Meinungsbildung statt.

Folgende Agenden sind derzeit in Baden in Geltung:

  • Agende I für die Evangelische Landeskirche in Baden
    Band 1: Ordnung der Gottesdienste 
    Band 2: Die nach Kirchenjahr und Anlass wechselnden Stücke   
    Band 3: Eingangssequenzen für das Kirchenjahr 
  • Ordnung der Lesungen und Predigttexte
  • Agende II für die Evangelische Landeskirche in Baden: Taufe, Aufnahme in die Kirche
  • Agende III für die evangelisch-lutherischen Gemeinden und für die Evangelische Kirche der Union: Konfirmation
  • Agende IV für die Union Evangelischer Kirchen in der EKD: Trauung
  • Formular C der Erzdiözese Freiburg, der Evangelischen Landeskirche in Baden, der Evangelischen Brüderunität in Baden, der Evangelisch-methodistischen Kirche in Baden und des Bistums der Altkatholiken in Deutschland: Ökumenische Trauung
  • Agende IV für die Evangelische Landeskirche in Baden: Bestattung
  • Agende V für die Evangelische Landeskirche in Baden: Einweihungshandlungen
  • Agende VI für die evangelisch-lutherischen Gemeinden und die Union Evangelischer Kirchen in der EKD: Berufung, Einführung, Verabschiedung

Über diese Agenden hinaus gibt es noch weitere gottesdienstliche Materialien, die nicht von der Synode beschlossen, aber zum Gebrauch empfohlen sind:

All diese Materialien erhalten Pfarrerinnen und Pfarrer der Evangelischen Landeskirche in Baden im Rahmen ihrer theologischen Ausbildung oder später vom Evangelischen Oberkirchenrat. Auch Prädikantinnen und Prädikanten, Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker, Gemeindediakoninnen und Gemeindediakone und Pfarrerinnen und Pfarrer im Religionsunterricht, im Ruhestand oder im Ehrenamt erhalten die Agenden, sofern sie sie für die Ausübung ihres Dienstes benötigen.

Die Texte der meisten Agenden und Arbeitsmaterialien sind außerdem elektronisch zugänglich in der Materialsammlung GUG (Gottesdienst und Gemeindearbeit). Wenn Sie darüber hinaus eine Agende in Buchform benötigen, wenden Sie sich bitte an Frau Heike Ziegler, Telefon 0721 9175 307).

 
Liturgischer Kalender